Allgemein16.06.2012

Das Leben des Künstlers Paul Cezanne

Das Leben Cézannes war von Höhen und Tiefen geprägt. Er gehörte zu den Künstlern, die ständig zweifelten und sich selbst und besonders ihre Kunst in Frage stellten. Seine Werke verstand er als fortgesetzte Entwürfe, als Teil einer Kette des Gesamtwerks. Cezanne behauptete von seinen Bildern, sie seien nie fertig, da dies in der Kunst nicht möglich wäre.

Das Bild „Zwei Kartenspieler“ von Paul Cezanne wurde von Art-Trade.de bereitgestellt.

Cézanne studierte am College Bourbon in Aix. Dort schloss er Freundschaft mit dem Schriftsteller Emile Zola und dem späteren Dichter Jean-Baptistin Baille. Sie galten während dieser Jahre als „die drei Unzertrennlichen“. Cézanne nahm Unterricht an der Städtischen Zeichenschule von Aix und zeichnete dort nach lebenden Modellen.
Bald trug er sich, wie sein Freund Zola, mit dem Gedanken, nach Paris überzusiedeln, doch sein Vater verlangte, dass er Jurisprudenz studierte. Das erste juristische Examen durchlief er 1859, meldete sich allerdings nicht für das zweite Studienjahr an, sondern ging als Maler nach Paris.

In dieser Zeit begannen die ersten Selbstzweifel und eine lang andauernde Findungsphase. Er schaffte die Aufnahmeprüfung an der École des Beaux-Arts nicht, befreundete sich an der Académie Suisse aber mit Camille Pissarro, der auf ihn und seine künstlerische Entwicklung großen Einfluss ausübte. Seine Versagensängste stiegen dennoch, er zweifelte an seiner Berufung und trat in die Bank seines Vaters ein, bis er die Entscheidung bereute. Im Louvre übte und kopierte er die Alten Meister und bewarb sich ein zweites Mal bei der Akademie, wo er erneut abgelehnt wurde. Dennoch schlug Cézanne nun endgültig den Weg der Künstlerlaufbahn ein.

Mit verschiedenen Malerfreunden strebte er danach, zu den Salonausstellungen in Paris zugelassen zu werden. Diese aber waren an konventioneller und akademischer Kunst interessiert. Neben Cézanne wurden auch Pissarro, Monet und Manet abgelehnt, was allerdings zu großer Empörung führte, so dass ein alternativer Salon neben dem offiziellen eingerichtet wurde, in dem dann Manet mit seinem „Das Frühstück im Freien“ einen Skandal auslöste.

Einen Kunst-Remix des Bildes finden Sie hier.

Trotz der avantgardistischen Pariser Kunstszene zog es Cézanne immer wieder in die provenzalische Heimat, wobei er seine letzten Lebensjahre ganz in Aix-en-Provence verlebte. Dort wendete er sich der Landschaftsmalerei zu und entwickelte seinen Stil. Er verliebte sich in die Buchbindergehilfin Emélie Hortense Fiquet, die ihm auch Modell saß. Sie bekamen einen Sohn, wobei Cézanne sowohl die Lebensgefährtin als auch den Sohn vor dem Vater verleugnete, da er lange auf dessen finanzielle Unterstützung angewiesen war. Erst mit dem ersten Erfolg, der durch Monets Bemühungen gelang, konnte er unabhängig leben und erbte nach dem Tod seines Vaters ein beträchtliches Vermögen.